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Wissenschaftlicher Austausch

Wissenschaftlicher Austausch

Von der Theorie zur Anwendung und umgekehrt

Der Glaube an das Potenzial spieltheoretischer Erkenntnisse war Motivation für unsere Gründung und ist heute noch die Grundlage für den Erfolg unseres Geschäftsmodells. Fundamental dabei ist der stete und enge Austausch mit der Wissenschaft. Durch enge Kooperationen mit renommierten Universitäten (z. B. LMU München und Universität Köln) sowie namhaften Forschungsinstituten (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim) sind wir in der Lage, stets die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft in unseren Ansatz mit einfließen zu lassen. Wie dieser intensive Austausch im Detail funktioniert und wie dadurch beide Seiten profitieren, erläutern Prof. Dr. Vitali Gretschko, Leiter der ZEW-Forschungsgruppe "Marktdesign" und Professor für Marktdesign an der Universität Mannheim sowie Dr. Andreas Engel, Partner bei TWS Partners.

Prof. Dr. Vitali Gretschko,
Leiter der ZEW-Forschungsgruppe "Marktdesign"
und Professor für Marktdesign an der Universität Mannheim

Dr. Andreas Engel,
Partner bei TWS Partners

 
Andreas, wie sieht dein bisheriger Werdegang aus und wie bist du auf TWS Partners gestoßen?

Bereits während meines BWL-Studiums habe ich mich für analytische Themen wie zum Beispiel Industrieökonomik und Kapitalmarkteffizienz, aber auch für konkrete Anwendungen wie M&A-Deals und Markteintritte interessiert. Als ich dann in den Vorlesungen von Professor Wambach zur Spieltheorie saß, war ich von dem „neuen“ Aspekt der strategischen Interaktion und dem dynamischen Blick auf den Markt fasziniert und habe mich um eine Promotion mit Lehrstelle beworben. Letzteres war mir wichtig, da ich den Austausch und das Vermitteln von Wissen an Nachwuchskräfte schon immer als extrem bereichernd empfand.

Bereits an der Uni habe ich dann zusammen mit Professor Wambach an sehr einkaufsnahen Themen mit dem Schwerpunkt Risikomanagement in Beschaffungsauktionen geforscht. Obwohl unsere Forschung auf viel positive Resonanz stieß, wurde mir im Laufe der Promotion klar, dass ich meine Zukunft eher in der Anwendung der Theorie sehe als in der reinen Forschung. Als ehemaliger Doktorand von Professor Wambach war es dann naheliegend, dass ich mich bei TWS Partners bewerbe.

Als Partner koordinierst du den Austausch mit der Wissenschaft. Wieso ist diese Zusammenarbeit so wichtig für TWS Partners?

Zum einen sind wir davon getrieben, die besten Resultate in unseren Projekten zu erzielen und innovativ zu sein. Hierfür sind neue Impulse aus der Wissenschaft elementar. Zum anderen wollen wir über den Austausch mit den Wissenschaftlern auch Talente identifizieren, die gut zu uns passen. So ist es uns möglich, direkt an der Quelle zu rekrutieren. Und zuletzt macht es mir persönlich immer noch unheimlich viel Spaß, abstrakte Gedanken in konkrete Lösungen für die Praxis zu übersetzen. Man könnte mich als „Wanderer zwischen den zwei Welten“ bezeichnen.

 

Du warst auf einem Marktdesign-Event des ZEW der einzige „Business“-Referent, umgeben von Wissenschaftlern. Was ziehst du persönlich aus diesem Austausch?

Im Rahmen solcher Events wird deutlich, dass es bei praxisrelevanten Problemen wie kombinatorischen Auktionen, Bündelung, Innovationen und Marktdesign noch einiges zu erforschen gibt. Insbesondere bezüglich verständlicher, robuster Implementierung und auch innovativer Ansätze. Ich finde es ausgezeichnet, dass in diesem Forschungsgebiet nicht nur theoretische Modelle entwickelt werden, sondern auch experimentell und empirisch geforscht wird. Auch wenn viele der Probleme zum Beispiel nicht direkt auf den Industrieeinkauf anwendbar sind, ist der Austausch erfrischend. Erstmals waren übrigens auch Experten unserer Kunden vor Ort. Es ist schön, zu sehen, dass Academia auch in den Stabsstellen der Weltmarktführer angekommen ist.

Wie transferiert ihr bei TWS Partners diese Theorie in die Praxis und warum treibt ihr das immer weiter voran?

Das ist, genau genommen, ein bisschen wie in der Forschung. Unsere Kunden kommen meist auf uns zu, wenn sie eine besondere Herausforderung haben oder einen Wandel haben wollen. Unsere Aufgabe ist es dann, eine saubere Analyse zu erstellen, relevante spieltheoretische Parameter und Ansatzpunkte, Anreizstrukturen und Zielkonflikte zu identifizieren und darauf basierend eine Lösung auszuarbeiten. Wichtig ist dabei immer der Abgleich mit den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft, da wir uns in der Regel in äußerst herausfordernden Situationen befinden und jeder Ansatzpunkt zur Erarbeitung einer Lösung hilfreich ist. Insofern sind die Ergebnisse der Experimente und Feldstudien sowie Verbesserungen etablierter Ansätze nicht nur intellektuell willkommen, sondern helfen uns auch in der Implementierung.